Friday, June 28, 2013

The Other's World: BAGS DESIGNER

I met Kathie in her shop while I accompanied a friend of mine who wanted to buy a new bag for herself. I loved her shop and I loved her bags (especially the colored ones as in above picture). I even more liked her energy. She is a hell of a lady! I admire her and I admire her courage. Because it takes courage to go for a dream and to live it!
I am so glad that she agreed to answer my questions and to let me take pictures of her bags and accessories. Let's hear what she has to tell (you'll find the English version at the bottom, as usual). For more info check out her webside: www.kathie-weber.ch.



Bitte beschreibe uns dein Leben resp. deinen Werdegang.
Mein Weg war einerseits einfach und logisch, andererseits ging ich auch auf Umwegen.
Nebst dem Sport hatte ich immer ein Flair fürs Handarbeiten, sei es nun nähen, werken, mit Garn arbeiten, stricken usw. Mir gefiel alles Künstlerische und Handwerkliche. Ich strickte anscheinend schon im Kindergarten (sagt meine Grossmutter!).
Nach der Maturität wurde ich Handarbeits- und Werklehrerin. An meiner Ausbildung überraschte mich am meisten, dass ich primär eine Lehrerin und keine Handwerkerin war. Die padägogische Seite gefiel mir zwar sehr und lag mir auch, doch irgendwie fehlte mir was. Ich wollte meine eigenen Produkte kreieren und verkaufen! Verkauf ist übrigens ein anderes Thema, das mich immer interessierte.

Dem Studium folgte eine intensive Reisezeit: Ich verreiste, kam zurück, um als Lehrerin Geld zu verdienen, ging wieder. Ich weilte eine Zeit in Indien, dann ein Jahr in Amerika. Ich blieb aber immer handwerklich tätig, nähte viel. Die Frage "Was könnte ich tun, um meine Kreativität zu leben?" begleitete mich immerzu.
Als ich dann nach einer Reise wieder hier war, bekam mein Hobby plötzlich viel Platz. Zuerst kreierte ich Schmuck und verkaufte diesen an Handwerk-Markten. Es war immer meine Absicht gewesen, nicht "nur" kreativ zu sein, sondern meine Produkte auch zu verkaufen. Ich bot meine Waren am Rosenhof-Markt in Zürich oder am Luzerner Handwerksmarkt (www.handwerksmarkt.ch) an.
Meine erste Tasche entstand aus alten Blachenresten. Ich produzierte eine Serie von 7 Stück, die ich auch verkaufte. Blachenreste waren damals niemandem ausser den Freitag-Brüdern wichtig (www.freitag.ch)!
Die Modemesse "Blickfang" war dann mein Sprungbrett zum Handel. Ich verkaufte sehr schnell, sehr gut. Weil ich der Flut der Bestellungen nicht mehr gewachsen war, suchte ich Unternehmen, die meine Taschen für mich nähten. Es folgten Portemonnaies und andere Accessoires / Produkte rund ums Thema "Taschen" (ich verkaufte nie was anderes als Taschen oder Accessoires).

Es wurde mir klar, dass ich nun wirklich selbstständig arbeiten wollte. Ein paar Jahre lang hatte ich mein Teilpensum als Lehrerin behalten und verkaufte Taschen nebenbei. Aber ich kam physisch und psychisch an meine Grenzen, sodass ich entschied, meinen Job zu künden. Eines war mir immer klar gewesen: Wenn der Erfolg kommt, muss man mitziehen! Keine Sekunde zweifeln und loslegen. Manche Leute warnten mich damals: "Was willst du tun, wenn du auf einmal nichts mehr verkaufst und du dann kein fixes Salär mehr hast?" Das wollte ich aber zu dem Zeitpunkt nicht überlegen. Ich verkaufte und ich verkaufte gut. Wäre dies irgendwann mal nicht mehr der Fall, könnte ich dann überlegen, wie es weiter gehen sollte.

Mein Atelier war damals in meiner Wohnung und ich bekam bald ein Platzproblem. Glücklicherweise konnte ich das Ladenlokal der Familien-Liegenschaft übernehmen. Seither biete ich meine Sachen hier in Wald im Zürcher Oberland an. Der Kunde findet meine Taschen auch im Internet (www.kathie-weber.ch) oder in anderen Geschäften der ganzen Schweiz, die meine Taschen ebenfalls führen.
Seit ein paar Monaten miete ich noch einen zweiten Laden. Als das Geschäftslokal neben der Papeterie, die von meinem Ehemann im Zürcher Seefeld betrieben wird, frei wurde, entschieden wir uns, dieses dazu zu mieten. Manchmal ist mir schon ein wenig mulmig dabei: mehr Verkaufsfläche, mehr Personal, mehr Mietkosten, mehr Verantwortung. Doch andererseits war es genau das, was mein Mann und ich wollten!


Wie hat dein Laden/deine Selbstständigkeit dein Leben verändert / bereichert?
Meine sehr hohe Motivation, die ich bei der Arbeit habe, das finde ich wirklich auffällig und denke dies immer wieder auch selber. Erstaunlich - auch noch nach 13 Jahren!
Ich habe keinen Chef. Meine Kunden sind mein Chef. Das ist eine Herausforderung. Ich musste lernen: mit Reklamationen umzugehen. Akzeptieren, wenn jemand mein Produkt nicht gut fand. Mich von einer negativen Kritik nicht umhauen zu lassen. Stark zu sein/werden und schnell (wieder) das Gute zu sehen.


Wie oder wo holt du dir Ideen für neue Kreationen?
Lustig, diese Frage kommt immer!
Ideen hole ich mir auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Ich halte Augen und Ohren offen. Ich höre dem Feedback der Kunden zu. Manche Ideen begegnen mir "auf der Strasse". Ich versuche unterwegs zu sein, in der Welt zu reisen. Messen sind immer interessant: Mode-, Konsum-, Leder- und Stoffmessen sind wahre Quellen der Inspiration.
Meine Kreationen sind eine Summe aus Erfahrung (weil ich unterdessen weiss, was NICHT geht mit meinen Kunden) und aus Wissen um zeitgemässe Bedürfnisse (Leute tragen heute Laptops, iPads und Mobil-Telefone, jedoch keine schweren Agenden mehr bei sich). Die Erfahrung hat mir auch gezeigt, dass jedes Produkt seine eigene Dynamik hat. Manchmal verkauft es sich sehr gut, manchmal weniger. Ich kann es kaum erklären. Ich habe auch gelernt, Vertrauen in andere Fachleute zu haben, wie beispielsweise in meinen Lederlieferanten aus Norditalien. Gleichzeitig halte ich mir jedoch immer den Schweizer Markt vor Augen, denn nicht alle Konsumenten sind gleich.


Was hat dir deine Arbeit im Laden (mit den Kunden) beigebracht?
Das ist eine interessante Frage. Mit dieser Thematik setze ich mich jeden Tag auseinander. Ich habe sehr viel gelernt im Umgang mit Menschen. Der Kunde betritt den Laden mit seiner Stimmung und ich habe meine eigene. Da prallen zwei Stimmungen aufeinander. Damit es stimmt (und es zu einem Kauf kommt), braucht es viel Geschick! Missgeschicke sind sehr schnell passiert und dann frage ich mich: "Warum hat diese Person nichts gekauft?" Ich hinterfrage mich immer. Gut, es hätte ja sein können, dass diese Kundin sowieso nichts gekauft hätte. Aber vielleicht hat sie ja nichts gekauft, weil ich sie schlecht beraten habe?
Wenn du erfolgreich sein willst, ist Selbstreflexion gefragt!
Ich habe vor allem gelernt, stets freundlich zu sein, auch wenn mir nicht danach ist. Interesse am Menschen zeigen, ehrliche Komplimente machen, fragen, wie es geht, finde ich auch sehr wichtig im Verkauf.


Lebst du das Leben, das du dir wünscht?
Ja. Was wiederum aber nicht heisst, dass es nicht noch so kleine Wünsche gäbe. Zum Beispiel würde ich sehr gerne wiedermal nach New York fliegen! Aber general würde ich sagen, ich mag mein Leben sehr. 


ENGLISH VERSION

Please tell us about your life and your background.
My life has on the one hand been simple and has followed a logical path, then again I have made some detours.
In addition to sports I have always had a flair for handiwork, whether it was sewing, crafts, working with yarn, knitting, etc. I loved everything that was artistic and was related to handiwork. Seemingly I knitted in kindergarten already (says my grandmother!).
After my maturity I decided to become a teacher in Handiwork and Crafts (German: Handarbeits- und Werklehrerin). What surprised me most about my education was that I was basically trained to become a teacher and not a "craftswoman". I liked the pedagogical side of the job very much and I was good at it, but somehow something was missing. I wanted to create my own products and sell them! Selling, by the way, is another topic that interested me since ever.

After my studies I took off to see the world: I traveled, came back to earn money as a teacher in order to leave again. I stayed a while in India, one year in America. I kept "working with my hands", did a lot of sewing. The question "what could I do to live my creativity?" stayed with me incessantly.
Then, back from another trip, my hobby suddenly became more space. At first I created jewelry and I sold it at crafts markets. It has always been my intention not "only" to be creative but also to sell my products. I sold my goods at the Rosenhof-Markt in Zurich or at the Luzerner Handwerksmarkt (www.handwerksmarkt.ch). My first bag was made out of old tarpaulin remainders. I produced a series of 7 pieces that I sold at once. Tarpaulin remainders weren't important to anybody back then - besides to the Freitag brothers, of course (Freitag being a brand of bags: www.freitag.ch)! The fashion fair "Blickfang" served as my springboard in business. I started selling very well and very fast. As I couldn't cope with the mass of orders, I had to look for companies that would sew my bags for me. I added wallets and accessories to my collection (I have never sold anything else besides bags and accessories).

It then became clear to me that I wanted to be self-employed. For a couple of years I had kept working as a teacher (part-time only) and sold my bags along the way but when I reached my physical and mental limit, I decided to quit my job as a teacher. It has since ever been clear to me that, if success sets in, you have to go for it! Not to doubt a minute and move forward. Some people warned me back then: "What are you gonna do if suddenly you're not selling anymore and you won't earn any regular salary any longer?" At that time, though, I didn't want to think about this scenario. I was selling. And I was selling well. Should it, somewhere down the road, be the case (me not selling any longer), I'd think about it then.

My apartment served as my workshop back then and soon I had a problem with space. Fortunately, I was able to rent the salesroom of the family property. Since then I am selling my goods in Wald in the Oberland of Zurich. The clients will find my bags also on the Internet (www.kathie-weber.ch) or in other stores all over Switzerland.
Since a few months now I rent a second shop. As the salesroom next to my husband's stationery shop in Zurich (Seefeld area) was vacated, we decided to rent it. Sometimes, though, I feel a bit queasy: more sales surface, more staff, more rental charges, more responsability. But on the other hand it was exactly what my husband and I wanted!

How has you shop/your self-emplyment changed/enriched your life?
My very high motivation that I have while working - I keep thinking again and again how really noticeable this is. Amazingly so - even after 13 years!
I have no boss. My clients are my boss. It's a challenge. I had to learn how to handle customer complaints. I had to accept the fact that not everybody liked my products. It wasn't easy not to feel devastated after being criticized. I learned to be strong / to become strong and to quickly think positive again.

How and where do you get ideas for your new creations?
Funny, I'm always asked this question!
I get my ideas in different ways. I keep my eyes and my ears open. I listen to the feedback of my clients. I come across some ideas "on the street". I try to be on the road, travel the world. Fairs are always interesting whether it's about fashion, consumer related, leather or cloths - these are my true sources of inspiration.
My creations are the sum of experience (because in the meantime I know exactly what is NOT working with my clients) and knowledge of contemporary needs (people nowadays carry laptops, iPads and mobile phone and no longer heavy agendas). Experience also showed me that every product has its own dynamic. Sometimes it sells well, sometimes not, I can hardly explain it. I have also learned to listen to the opinion of other professionals like, for example, my leather supplier from Northern Italy. I simultaneously keep my eyes on the Swiss Market though because not all consumers are the same.

What were you taught working in your shop (with your clients)?
This is an interesting question that I keep asking myself day after day. Contact with people taught me a lot.
The client enters the shop with a mood - I have my own. Two moods clash. In order to get it right (and sell something) a lot of skills are necessary. Mishaps occur quickly and when it happens I ask myself: "Why hasn't this person bought something?". I question myself all the time. Well, it could have been that this particular client wouldn't have bought anything anyway. But maybe she didn't buy anything because my advice was bad?
No success without self-reflection!
I have also learned to always be friendly even though I don't feel like being friendly. What is also important, I think, is: to show interest in people, to offer compliments, to ask how someone is doing - and to mean it!

Do you live the life you want?
Yes, I do but that doesn't mean that there aren't small wishes left. Like, I would love to fly to New York once again! Generally speaking, however, I'd say that I love my life pretty much.

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