Tuesday, May 21, 2013

The Other's World: HEALING in Sderot, Israel

This is a first to me. I am posting words of a person that I've actually never personally met (at least not yet - we're probably gonna have coffee next week). I learned about her "healing" project in Sderot Israel because of a flyer that her mother put on the bulletin board of my line dance class. The mother saw me looking at the flyer and explained what her daughter was doing / trying to do (at that time she was just about to leave for Israel). It was immediately clear to me that she would be perfect for my blog and was very happy when she actually agreed on participating. Some months later we skyped (she had left Israel in the meantime and was in Thailand at that time) and I asked my questions.
Her practice is called "Guidance to Healing": www.guidancetohealing.com for more details.
I admire her courage and determination. She lives her vision (shouldn't we all do the same?) - I admire that the most!

Her answers are below. The pictures are hers (taken during her stay in Sderot, Israel) and you'll find the English translation at the bottom (as usual, all translation mistakes are mine!).



Bitte erklär uns doch, was "Guidance to Healing" ist.
Seit 7 Jahren bin ich als Therapeutin tätig und habe meine Praxis "Guidance to Healing" genannt. Ich mag das Wort "helfen" nicht besonders. Ich möchte lieber eine "Begleitung" zur Heilung sein. Den englischen Ausdruck fand ich darum passend.
Schon während meiner Gymnasium-Zeit besuchte ich einen Massagekurs (klassische Massage). Später kam dann Akupunktur dazu und Fussreflexzonenmassage. Ich absolvierte auch den 1. Grad der Reiki-Ausbildung (7 Grade im Ganzen). Beim Reiki geht es grundsätzlich um "Heilenergie kanalisieren" (d.h. man lernt ein Kanal zu sein). So ähnlich arbeite ich heute.
Ich channele (to channel = leiten) Heilenergie, göttliches (divine) Licht, bedingungslose Liebe und Urvertrauen. Dabei entscheidet mein Gegenüber, ob er oder sie geheilt werden will oder nicht. Ich bin der Vermittler und wünsche mir, meine Patienten mit ihrer eigenen inneren göttlichen Quelle verbinden zu können.
Letztes Jahr, während meines Aufenthaltes in Brasilien, hatte ich eine Vision: Ich wollte zukünftig meine Fähigkeit, Leute zu heilen, mit allen teilen, ob reich oder arm. Jeder soll die Möglichkeit haben, heil zu werden, wenn der Wunsch und der Wille da ist. Da darf Geld oder Mittellosigkeit keine Rolle spielen. Deswegen mein Entscheid, meine Arbeit nur noch auf Spendenbasis anzubieten.
Ich entschied nebst meiner alltäglichen Tätigkeit, Projekte auf die Beine zu stellen, bei denen ich Leuten, die in Not und Armut leben, als freiwillig arbeitende Heilerin unterstützen könnte. Ich hatte dabei so ein Bild von mir selber als Backpackerin in der Welt unterwegs und dabei Geld als Heilerin verdienen!

Wie kamst du auf dein 1. Projekt in Sderot, Israel?
Meine allererste Idee war eigentlich ein Projekt auf Bali gewesen. Doch dann passierten an einem Tag zwei "Dinge", die mich umstimmten:
Am Morgen dachte ich über meine Tante väterlicherseits nach, die ich nie getroffen hatte. Ich dachte an sie und daran, wie gerne ich sie kennen lernen würde. Ich wusste, sie war nach Israel ausgewandert. Ich hatte mir schon lange gewünscht, mehr über die Familie meines Vaters zu erfahren. (Später machte ich sie auffindig und musste leider erfahren, dass sie in der Zwischenzeit verstorben war.)
Am Abend des gleichen Tages sprach ich mit einem Freund, der aus Israel stammt, über meine Idee, auf Bali mein erstes Projekt zu starten. Er antwortete: "Was willst du auch auf Bali? Gibt es dort nicht schon genügend Projekte? Warum gehst du nicht nach Sderot in Israel und hilfst Kindern, die vom Krieg traumatisiert sind?"
Auf einmal war es klar für mich: Israel - Familie kennen lernen - erstes Projekt.
Durch meinen Freund stellte ich Kontakt zu zwei Personen in Israel her und eine dieser Personen lebt im urbanen Kibbuz in Sderot. Das schien mir ein guter Ausgangspunkt für mein Projekt zu sein, denn dadurch würde ich genügend Eltern und Kinder treffen, denen ich Unterstützung schenken könnte.


Trafst du Personen, die dich ganz besonders berührten?
Ja, sicher. Da war sicher mal meine Gastfamilie. Während meines 2 1/2 monatigen Aufenthalts in Sderot wohnte ich gegen Miete bei einer Familie von marokkanischen Juden. Sie waren sehr gastfreundlich und offen, luden mich zu ihnen zum Essen ein (obwohl nicht im Mietvertrag enthalten). Sie nahmen mich in ihrer Familie auf. Ich erlebte das erste Mal Famile / Familenzusammenhalt. Das hat mich sehr berührt.

Dann waren da natürlich auch die Kinder, die ich behandelte. Ich könnte vieles erzählen, doch dieses eine 10jährige Mädchen berührte mich aussergewöhnlich stark. Sie kam nach der Behandlung zu mir und sagte, sie könne nicht aufhören zu lächeln. Ist das nicht wundervoll, vor allem, wenn man bedenkt, dass diese Kinder leider nicht viel zu lachen haben?

Damit die Leute verstanden, was ich machte, sagte ich immer, ich mache "so was wie Reiki". Das war greifbarer. Ich channelte Licht, Liebe und und Urvertrauen. Die Behandlungen der Kinder dauerten so 20 / 30 Minuten und meist schliefen sie dabei ein. Was eine schöne Sache ist, haben doch diese traumatisierten Kinder oft sehr grosse Schwierigkeiten, einzuschlafen!


Was haben dir die Wochen, die du in Israel warst, beigebracht?
 Es war eine schöne aber zugleich auch eine schwierige Zeit für mich. Ich war viel alleine und kämpfte mit den hohen Erwartungen, die ich mir selber gesetzt hatte. Die Müdigkeit (ein Überbleibsel meines Burnouts vor Jahren) war mir auch im Wege. Ich dachte viel: "Wie kann ich für andere da sein, wenn ich selber nicht genügend stark bin?" Ich setzte mich selber unter Druck!
Andererseits machte mich dieser Aufenthalt reifer und selbstbewusster. Ich bekam mehr Selbstvertrauen. Ich realisierte, dass ich, wenn ich will, etwas auf die Beine stellen kann! Keine Angst haben. Die Momente, in denen mir die Kinder ihr Vertrauen schenkten, berührten mich ausserordentlich.
Ich bin ein spiritueller und religiöser Mensch, ohne irgendeiner Glaubensrichtung anzugehören. Ich will bewusster sein und mir das Recht geben, zu dem zu stehen, was ich für mich möchte.

Wie geht es nun bei dir weiter? Neue Pläne?
Die Priorität bin ich selber. Ich weiss, dass meine Müdigkeit weg muss. Ich will mir selber geben, was ich anderen gebe. Erst dann kann ich wirklich voll und ganz an andere geben.
Konkrete Pläne für neue Projekte habe ich nicht. Ich bin offen für das, was zu mir kommt. Ich will im Moment sein. Und ich will weiterhin reisen und Menschen aller Arten und Kulturen begegnen. Licht und Liebe mit meinen Mitmenschen teilen ist meine höchste Bereicherung!



ENGLISH VERSION:

Could you please tell us the meaning of "Guidance to Healing"?
Since 7 years I have been working as a therapist and have called my practice "Guidance to Healing". I don't particularly like the word "to help". I prefer "to guide" someone to healing. That is why I chose the English word.
During gymnasium already I attended massage classes (classical massage). Later on I added acupuncture and reflexology. I also completed the first Reiki level (of 7 in total). Reiki is basically about "channeling healing energy" (i.e. you learn to become a channel). This is similar to my today's way of working. I channel healing energy, divine light, unconditional love and unquestionable trust. It is my counterpart though that decides if she or he wants to be healed or not. I am the mediator and want to connect my patients with their own inner divine source.
Last year, during a stay in Brazil, I had a vision: In the future I wanted to share my skill to heal people with everybody, whether they were rich or poor. Everybody should have the possibility to become healed if desire and will are present. Money or lack of it should be irrelevant, hence my decision to work based on only donations.
I therefore decided, in addition to my everyday practice, to start projects where I could voluntarily support people in distress and poverty as a healer.
I had this image of myself traveling the world as a backpacker earning money as a healer!

How did you get to your first project in Sderot, Israel?
My very first idea had been a project in Bali. But then two "things" happened in one day that made me change my mind:
In the morning I thought about my aunt on my father's side of our family. I had never met her. I thought of her and of how much I wanted to meet her. I knew she had emigrated to Israel. For a long time I had wished to know more about my father's family. (Later I located her and unfortunately had to find out that in the meantime she had passed away.)
In the evening of the same day I spoke to a friend of mine, who originally is from Israel, about my idea to start my first healing project in Bali. He answered: "What do you want to do in Bali? Arent't there already many projects? Why don't you go to Sderot in Israel and help children that are traumatized from war?"
Suddenly it was clear to me: Israel - get to know family - first project.
With my friend's help I contacted two persons in Israel and one of these lived in the urban Kibbutz of Sderot. This seemed to be an ideal starting point for my project because it would allow me to meet parents and children to whom I could offer assistance.

Did you meet people that touched you particularly?
Yes, sure. Certainly my host family. During my 2 1/2 months long stay in Sderot I rented a room with a family of Moroccan Jews. They were very hospitable and open. They invited me to dinner (even though it wasn't part of the lease contract). They accepted me in their family. For the first time in my life I experienced family / solidarity between family members. I was very touched about it.

Then there were the children that I treated, of course. I could tell many stories but there was one 10 year old girl that affected me particularly strongly. After the therapy session she came to see me and said that she couldn't stop smiling. Isn't that wonderful, especially if you keep in mind that these kids don't have much to smile about?

For the people of Sderot to understand what I was doing, I always said that I was "doing something like Reiki". That was more tangible to them. I channeld light, love and unquestionable trust. The children's sessions lasted 20/30 minutes and mostly they fell asleep in the process, which was wonderful because many of these traumatized children usually have huge difficulties to fall asleep!

What did these weeks spent in Israel teach you?
It was a wonderful but at the same time a difficult time for me. I was often alone and struggled with my own high expectations. The tiredness (a leftover of my burnout of some years back) also got in my way. I often thought: "How can I be there for others if I am not strong enough myself?" I browbeat myself!
On the other hand this stay made me more mature and self-confident. I gained more self-confidence. I realized that, if I really desired something, I could get it! Being fearless. The moments, in which the kids offered me their trust, touched me greatly.
I am a spiritual and a religious person, without belonging to a particular religion. I want to live consciously and entitle myself to stand for what I want.

What is going to happen now? Do you have new plans?
I am my own priority. I know that my tiredness has to go. I want to give myself what I give others. Only then will I be able to give myself to others completely.

I don't have any concrete plans for a new project, I am open for what will come to me. I want to live the moment. And I want to carry on traveling and to meet people of all kinds and cultures. To share light and love with my peers is my highest enrichment!

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