Monday, May 14, 2012

Zürichsee-Rundweg: Etappe 3 (Horgen - Richterswil)

Per Zufall (an den ich ja nicht glaube) fand ich im Internet eine interessante Seite: http://www.zuerichsee.ch/de/page.cfm/zrundweg
Ich bestellte das Info-Booklet und da war mir klar: Ich will all diese Etappen gehen (nicht unbedingt der Reihe nach) und dann hier darüber berichten (mit Fotos natürlich).

Gedacht - getan.

Am letzten Freitag (der heisseste Tag im Monat, aber wer will schon kleinlich sein??) entschied ich mich, das Teilstück von Horgen bis Richterswil (laut Programm die Etappe 3) zu gehen.
Das schwierigste an der Vorbereitung war, zu verstehen, WO genau die einzelnen Etappen beginnen (das Booklet von Zürichsee Tourismus sah zwar schön aus, war aber nicht genügend genau). Am Bahnhof? Irgendwo? Ich erkundigte mich bei denen und mir wurde erklärt, dass gewisse Routen über den Bahnhof führen. Horgen und Richterswil waren auf dieser Liste, glücklicherweise! Ich wollte mich ja nicht schon beim ersten Versuch verlaufen, nicht wahr?

Vom Bahnhof watschelte ich also Richtung See.


Beim "Fährenbahnhof" ging der Weg dann am See entlang weiter. Wunderschön! Ehrlich. Fast kitschig. Und es gibt Leute, die besitzen da Häuser! Direkt am See!!! Stellt euch vor: morgens aufzustehen und den See DIREKT vor den Füssen zu haben? Das stelle ich mir traumhaft vor :-)
Die Strecke bis zur Halbinsel Au führte mich immer direkt am See entlang. Manchmal konnte ich ihn sehen (und riechen und hören) und manchmal war er verdeckt von eben den oben erwähnten Häusern. Ich teilte den Weg mit anderen Spaziergängern, Joggern oder Velofahrer.
Die Halbinsel Au war eine Welt für sich. Die Parkanlage ist ohne Worte (zu schön) und es war sooo ruhig. Gut, ich stellte mir vor, dass hier sonntags sicher die Hölle los sein würde, da ich nebst vielen Feuerstellen und Bänkli einen Landeplatz fürs Zürichsee-Schiff sah. Ich hingegen teilte die Insel mit (fast) niemandem und die Stille hüllte mich ein.

Bis Wädenswil ging es dann weiter dem See entlang. Unterdessen war ich schon zwei Stunden unterwegs und immer noch frohen Mutes. Mein Kopf leerte sich mit jedem Schritt mehr und ich nahm ganz einfach die ganze Schönheit auf.
Ab Wädenswil war dann fertig See. Der Weg führte mich "hinauf" durchs Städtli (hier könnte ich übrigens wohnen) in Richtung Richterswil. Ich entdeckte Hintergärten, die mir unwahr vorkamen. Ehrlich, wieder das Gefühl einer anderen Welt.

Dann der Hammer. Dieses Teilstück zwischen Wädi und Richti: grüne Felder, ein paar Villen (SEHR privilegierte Lage), Kühe, Obstbäume und eine traumhafte Aussicht auf den Zürisee. Hier musste ich einen Stopp anlegen (am Schatten! Ich war fast am Kochen und hatte blöderweise meinen Hut vergessen!!). Ich konnte kaum genug kriegen von dieser Aussicht.

Das letzte Stück brachte mich durchs Städtli Richterwil (hier könnte ich auch wohnen) zum Bahnhof.
3 1/2 Stunden später sass ich also wieder im Zug nach Hause. Ich war stolz es geschafft zu haben (ohne mich zu verlaufen!!).

Fazit des Tages (und wahrscheinlich gültig für das ganze "Projekt" Zürichsee-Rundweg): Zu Fuss sehe ich die Welt und meine Umgebung ganz anders als vom Zug oder Auto aus. Das war spannend zu erleben. Normalerweise fahre ich an diesen Orten "einfach mal schnell vorbei". Mal gemächlich daran vorzuwandern war eine tolle Erfahrung. Ich "sah" ganz anders, als ich es normalerweise tue.

Ich glaube, ihr habt verstanden. Ich freue mich schon auf die nächste Etappe!

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